Ökumenischer Energietag 2025

Der Ökumenische Energietag fand am Sonntag, 26.10.2025, in der Jugendkirche in Dresden statt. Hier kann man das Programm nachlesen:

Interview zum 3. Ökumenischen Energietag 2025

(aus dem Monatsprogramm August/September 2025)

Anna, du und dein Kollege Georg organisiert den Energietag nun zum 3. Mal. Was ist das für eine Veranstaltung?
Wie wir unsere Gebäude hell und warm bekommen, und das möglichst schöpfungsgerecht und kostengünstig, ist eine Frage, die viele Gemeinden ganz oben auf der To-Do-Liste haben. Oft bleibt es dort hängen, oder geht es nicht weiter, weil ein Solar-Projekt oder eine Erneuerung des Heizsystems so komplex erscheinen. Da sind Fragen und Bedenken bezüglich Denkmalschutz und Finanzierung sehr groß. Der Energietag soll ein Raum sein, um sich dazu zu informieren, für Weiterbildung und Austausch – damit eine nachhaltige Energiewende auch in den Dresdner Kirchen gelingt.

Die Veranstaltung findet ja dieses Jahr an einem Sonntag statt – warum sollte man sein Wochenende sprengen um da hinzugehen? Gute Frage! Natürlich kann man sich zum Thema Energiewende auch durch die gut gefüllten Mediatheken klicken, Artikel lesen oder Bücher. Was beim Energietag aber der Mehrwert ist: Zum einen sind die Workshops und eingeladenen Expert:innen auf die Zielgruppe, nämlich Engagierte aus Kirchgemeinden, angepasst und können die teilweise speziellen Fragen gut beantworten. Und zum anderen ist der Raum für den Austausch und die Vernetzung da – das kann kein anderes Format bieten. Hier kommen Menschen aus den Dresdner Kirchen zusammen, die hier und jetzt ähnliche Herausforderungen haben – Austausch und Kontakt dazu sind oft zündende Elemente für Lösungen. Deshalb planen wir auch an einem freien Tag, damit eben genug Zeit für diese wertvollen Zeiten der Gespräche und des Austauschs da ist.

Dass es dieses Jahr ein Sonntag ist, hängt mit den vielen Kalendern zusammen, die wir mit unseren Kooperationspartnern koordinieren mussten – und dann muss auch noch ein geeigneter Raum gefunden werden. Das ist Puzzlearbeit.

Ihr organisiert den Tag ja im Rahmen eures Projektes „Nachhaltige Gemeinde leben“, das mit Mitteln des BMZ, Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds ermöglicht wird. Was hat der Tag denn mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun?
Die Energiewende ist ein wichtiger Aspekt von Klimaschutz. Und Klimaschutz ist global. Indem die Gesellschaften des Globalen Nordens es endlich schaffen, ihre Emissionen zu senken, ist das ein Beitrag, den Klimawandel und dessen fatale Auswirkungen, die vor allem die Gesellschaften des Globalen Südens betreffen, zu minimieren – und das ist Voraussetzung für Entwicklung. Sowohl im Süden, als auch im Norden. Und es gibt für uns einiges in Sachen Energiewende vom Süden zu lernen. Diesen Blick wollen wir auch zum Energietag mit aufnehmen.

Und worauf freut ihr euch am meisten? Zunächst einmal ist die Jugendkirche einfach ein sehr schöner Ort. Aber vor allem finde ich es klasse, dass die Solar-Dekade der beiden Dresdner ev.-luth. Kirchenbezirke ganz offiziell zum Energietag eröffnet wird. Das ist das Ergebnis eines ganz tollen, engagierten Ehrenamts-Teams, der Solar-AG. Sie hatten die Idee, dass die Gemeinden in den nächsten 10 Jahren 25% ihres Strombedarfs über Solarkraft erzeugen. Und diese Idee wurde von den Synoden aufgenommen und beschlossen. Das ist ein großer Erfolg. Jetzt geht es an die Umsetzung. Dafür ist der Energietag auch ein super Start. Außerdem ist die Stimmung beim Energietag eine sehr angenehme, interessierte, offene, die etwas – ja, energiegeladenes hat. Man denkt nicht in Hindernissen, sondern in Möglichkeiten.

Anna Groschwitz ist Bildungsreferentin beim Ökumenischen Informationszentrum. Gemeinsam mit Georg Clauß bildet sie das Team vom Projekt „Nachhaltige Gemeinde leben“, das Ehren- und Hauptamtliche Pfarreien und Gemeinden begleitet, um dort Nachhaltigkeit zu unterstützen und auszubauen.