Alles Fair in Dresden?

Schon gewusst? Dresden ist eine Fairtrade-Town, und das nicht erst seit gestern. Ein kleiner Bericht darüber, wie sich das Bündnis Dresden fair.wandeln für fairen Handel einsetzt.

Am 10. September lädt das Bündnis Dresden fair.wandeln zu einem feierlichen Anlass ins Aha-Café: Dresden ist seit 8 Jahren Fairtrade-Town. Alle zwei Jahre muss der Titel neu verlängert und die Erfüllung aller Kriterien bestätigt werden. Auch die Dresdner Kirchen sind angehalten ihren Einkauf nach fair-handels-Kriterien auszurichten. Im Rahmen des Projekts „Nachhaltige Gemeinde Leben“ gestalten wir dieses Netzwerk deshalb aktiv mit.

Doch woran merkt man eigentlich, dass Dresden eine Fairtrade-Town ist? Produkte mit Fairhandels-Siegeln gibt es mittlerweile in vielen Geschäften zu kaufen, ein gutes Angebotssortiment, das vor allem auf den privat-Konsum abzielt. Ein ganz anderes Thema ist die Frage, wie auch öffentliche Einrichtungen, Institutionen und Unternehmen ihren Einkauf fair gestalten können.

Dresden fair.netzen

Im März gab es beim diesjährigen Info- und Netzwerktreffen Raum und Zeit, sich dazu auszutauschen. Etwa 20 Engagierte aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Unternehmen kamen im Bürgerlabor des Rathauses zusammen, um ihre Erfahrungen aus der Praxis zu teilen.

Ines Herr, Umweltkoordinatorin an der TU Dresden, erläuterte, wie die Hochschule im letzten Jahr ein nachhaltiges Beschaffungskonzept entwickelt hat. Aus dem Eigenbetrieb der Dresdner Kindertagesstätten berichtete Ines Richter, dass viele Essensanbieter mittlerweile fair gehandelte Lebensmittel in ihr Angebot integrieren, beispielsweise bei Bananen, Reis oder Schokolade. Möglich wurde das durch die Nachfrage der Eltern und einen guten Dialog mit den Catering-Unternehmen. Auch in den Dresdner Kirchen gibt es Entwicklungen, so hat die Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas im vergangenen Jahr eine Beschaffungsordnung erarbeitet und beschlossen und sich verpflichtet bei allen Einkäufen ökologische und soziale Kriterien anzuwenden.

Immer wieder wurde im Gespräch deutlich deutlich: klare Regeln, Leitfäden, Konzepte – all das ist notwendig und gibt Orientierung, um fairen und nachhaltigen Einkauf zu ermöglichen. Doch ebenso wichtig ist es die Menschen mitzunehmen, welche die Beschaffung in den Organisationen umsetzen – da braucht es Gespräche und Sensibilisierung dafür auch mal etwas Neues auszuprobieren – und praktische Beispiele von denen man lernen kann.

Fairer Handel liegt im Trend

Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten ist weiter im Aufwind. Im Jahr 2024 stieg der Umsatz von Produkten mit Fairtrade Siegel um 13 Prozent und erreichte einen neuen Rekord von 2,9 Milliarden Euro (Zahlen von Fairtrade Deutschland).

Ein Großteil des Umsatzes mit Produkten aus Fairem Handel wird mit Lebensmitteln erzielt. Spitzenreiter: den wichtigsten Anteil hat dabei weiterhin der faire Kaffee mit fast 39 Prozent, gefolgt von Südfrüchten und anderen Lebensmitteln. Schaut man jedoch auf den Gesamtmarkt zeigt sich ein anderes Bild: nur 5,5 von 100 Tassen Kaffee stammen aus Fairem Handel. Auch von den aktuell hohen Weltmarktpreisen bei Kaffee und Kakao profitieren die Bauern kaum, sondern stehen wegen gestiegener Produktionskosten unter Druck.

Auszeichnung und Auftrag

Die erneute Auszeichnung als Fairtrade-Town bedeutet beides: sowohl eine Auszeichnung für das anhaltende Engagement und den langen Atem – als auch den Auftrag weiter zu gehen und noch mehr Menschen für fairen Handel zu begeistern. Denn da ist noch viel Luft nach oben: ob in der Dresdner Gastronomie, bei Sport-Großveranstaltungen oder öffentlichen Aufträgen der Stadtverwaltung – in allen Bereichen sollte fairer Handel einen festen Platz haben.

Aktionen zur Fairen Woche in Dresden

  • Dresden frühstückt fair
    Vom 12.-26.09 wird in Dresden fair gefrühstückt – jeder kann mitmachen, ob im Büro, Kirchgemeinde oder Fußballverein.
    Alle Infos dazu gibt es hier: https://la-dresden.de/2025/07/10/dresden-fruehstueckt-fair-2025/
  • Feierliche Fairtrade-Town Titelerneuerung
    Am10.09. um 15 Uhr im Aha Cafe
  • Straßenaktion zum Living Wage Day
    Am 26.09. sind wir in der Dresdner Fußgängerzone und fordern faire Löhne und den Erhalt des Lieferkettengesetzes

Fairtrade-Towns in Sachsen

In Sachsen gibt mittlerweile sieben Fairtrade-Towns: neben Dresden noch Chemnitz, Eibenstock, Freiberg, Glauchau, Leipzig und Markkleeberg.

Schaut man auf die bundesweite Karte ist das nur ein Bruchteil – mit über 900 ausgezeichneten Kommunen in Deutschland.