Wachsen – wohin? Von Irrsinn, Notwendigkeit und Glück

Flyer zur Reihe

Wirtschaftswachstum ist ein Hauptziel staatlicher Wirtschaftspolitik. Es gilt als Bedingung für eine geringe Arbeitslosenquote und das Aufrechterhalten sozialstaatlicher Leistungen.Gleichzeitig sind die Grenzen des Wachstums nicht erst seit gestern bekannt, sondern wurden bereits 1972 vom Club of Rome benannt. Natürliche Ressourcen werden immer schneller verbraucht. Der Klimawandel beschleunigt wird. Trotz aller Hoffnungen auf ein grünes Wachstum ist nach derzeitigem Wissensstand eine Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch kaum erreichbar. Zentrale Rohstoffe neigen sich dem Ende zu.

Das aktuelle auf Wachstum ausgelegte kapitalistische Wirtschaftssystem geht auch auf Kosten der Menschen, die z.B. für den Energiehunger einem Kohlebergbau weichen müssen oder die unter prekärer Beschäftigung und Arbeitszeitverdichtung leiden.

In Europa – und ebenfalls auf anderen Kontinenten – wird kritisiert, dass für uns wichtige Werte auf der Strecke bleiben. Initiativen wollen soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt des wirtschaftlichen Denkens und Handelns rücken.

In dieser Reihe laden wir zu einer theoretischen Auseinandersetzung mit Wirtschaftswachstum und Postwachstumsansätzen ein. Beginnend mit dem Hinterfragen von hiesigen Konsummustern werden weltweite Zusammenhänge hergestellt.

 

Ausstellungseröffnung

Endlich Wachstum – zu Wirtschaftswachstum, Grenzen und Alternativen

11. Februar, 18 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23

Die Ausstellung des Berliner Kollektivs fairbindung e.V. thematisiert Wirtschaftswachstum, seine Funktionen und Grenzen. Gesellschaftliche und politische Triebkräfte sowie die eigenen mentalen Prägungen stehen im Fokus. Die Ausstellung zeigt zudem alternative Ansätze hin zu einer ökologisch und sozial tragfähigen Wirtschaft und Gesellschaft.

Zur Eröffnung werden Ansätze kirchlicher Institutionen vorgestellt:
Tobias Funke, Mitinitiator der Initiative anders wachsen
Ulrich Clausen, Beauftragter für Weltkirche und Umwelt, Bistum Dresden-Meißen
Georg Clauss, Micha-Initiative Dresden
Moderation: Anna Groschwitz, Referentin für „anders wachsen“

 

Vortrag

Postwachstum = Utopie oder Katastrophe? Die Krise der kapitalistischen Wachstumsmodelle und die Herausforderungen einer ‘Postwachstumsgesellschaft’

1. März, 19.30 Uhr, Grüne Ecke, Bischofsplatz 6
Dr. Tino Heim, Soziologe

Für die wachsende Degrowthbewegung gilt ‚Postwachstum‘ als Chiffre für die Utopie sozial und ökologisch verantwortlicher, nachhaltiger und solidarischer Wirtschafts- und Lebensformen. Zugleich wird ein langfristig geringes, Null- oder gar Negativwachstum (=Postwachstum?) gerade in den kapitalistischen Wohlstandsnationen zunehmend zu einer v.a. bedrohlichen Realität. Hier bedeutet ‘Postwachstum’ schließlich Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau, wachsende Ungleichheit Es wird so zum Synonym einer heraufziehenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Katastrophe.

Aus dieser Ambivalenz ergeben sich unbequeme Fragen: Woraus ergeben sich eigentlich die Wachstumszwänge und die Wachstumskrisen im modernen Kapitalismus? Sind Wohlstand und sozioökonomische Teilhabe in einer modernen Gesellschaft ohne ökonomisches Wachstum möglich? Welche Transformationen bräuchte es, damit Postwachstum als Segen und nicht als Fluch wirken kann? Wo liegen die Ansatzpunkte für politische Kämpfe um eine andere Gestaltung der ‚Postwachstumsgesellschaft‘?

 

Film und Gespräch

Kommen Rührgeräte in den Himmel? Ein Film über Wertschätzung und ein ewiges Leben

BRD 2016
4. März, 19 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23

Die Schweiz-Peruanerin Carmen studiert Design im exotischen Thüringen. Nachdem ihr nagelneuer Mixer beim Kuchenbacken den Geist aufgegeben hat, entdeckt sie auf einem Flohmarkt ein Rührgerät aus DDR-Zeiten. Es ist deutlich älter als sie selbst – und trotzdem noch tadellos in Form. Der Film fragt, warum heute hergestellte Produkte nicht mehr so langlebig sind. Wo und unter welchen Bedingungen wird der größte Teil unserer Gebrauchsgegenstände heute hergestellt?

Warum werfen wir vieles davon schon nach wenigen Jahren wieder auf den Müll? Anschließend gibt es ein Filmgespräch mit Oscar Choque, Promotor für Ressourcengerechtigkeit.

 

Film und Gespräch

My Stuff – was brauchst Du wirklich?

Finnland 2013
25. März, 19 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23

Petri ist Mitte 20, als seine Freundin ihn verlässt. Er tröstet sich, indem er seine Kreditkarte zum Glühen bringt. Dann entscheidet er, ein Selbst-Experiment zu starten: Er packt alles (wirklich alles!), was er hat in ein Self Storage-Lager und darf sich jeden Tag einen Gegenstand aus dem Lager zurückholen. Kaufen darf er ein Jahr lang nichts. Diese Reflexion über Dinge, die man zum Leben braucht, werden wir im anschließenden Filmgespräch mit Alexander Löcher, modereco e.V., Verein zur Förderung maßvoller Wohlstandsmodelle, vertiefen.

 

Film und Gespräch

TOMORROW – Die Welt ist voller Lösungen

Frankreich 2015
9. März, 19:00 Uhr
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Frieden und Hoffnung, Clara-Zetkin-Str. 30

Ein Film über die Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Die gute Nachricht des Filmes ist: Es gibt sie schon im kleinen. Verschiedene Projekte und Initiativen mit alternativen ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Ideen inspirieren zu Veränderungen.

 

 

 

Film und Gespräch

La buena vida. Das gute Leben

BRD , 2015
11. April, 20 Uhr
Asociación Cultural Iberoamericana, Bischofsweg 74

Der Film zeigt die Geschichte der kolumbianischen Dorfgemeinschaft Tamaquito. Die Ausweitung der Kohlemine “El Cerrejón” droht die Lebensgrundlage der Gemeinschaft zu zerstören. Der Film dokumentiert die den Kampf der Dorfbewohner_innen gegen die gewaltsame Vertreibung. Auch Deutschland importiert Steinkohle aus Kolumbien für die Stromproduktion. Die Folgen des hiesigen Konsums und Strebens nach Wachstum und Wohlstand werden in Kolumbien sichtbar. Nach dem Film kommen wir mit Gloria Arregoces von der Asociación Cultural Iberoamericana ins Gespräch.

 

Ausstellung

Endlich Wachstum – zu Wirtschaftswachstum, Grenzen und Alternativen

geöffnet: vom 11. Februar bis 2. April
Mo-Fr 9-18 Uhr und Sa 11-17 Uhr

Offene Workshops (ab 13 Jahre):
28. Februar, 20. März und 28. März, jeweils 17-18.30 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23

Die Ausstellung „Endlich Wachstum!“  stellt Fragen, gibt Impulse und Anregungen: Nehmen Sie sich Zeit, die Ausstellung gemeinsam mit der Referentin für „anders wachsen“ Anna Groschwitz zu besuchen, die Impulse aufzunehmen, ihre eigenen Fragen zu stellen und mit anderen Besucher_innen zu diskutieren.

 

 

 

Welt Weit Sichten ist eine Reihe des Ökumenischen Informationszentrums. Teile des Programms finden im Rahmen der Reihe „The green side of life“ vom Haus der Kirche statt. Weitere Veranstaltungen dieser Reihe: http://www.hdk-dkk.de

Kooperationspartner:

Aktuell

Offener Workshop zur Ausstellung

“Endlich Wachstum!”

28. Februar, 17-18.30 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23
zur Website…


Ausstellungseröffnung

“Endlich Wachstum! Wirtschaftswachstum, Grenzen und Alternativen”

11. Februar, 18.00 Uhr
Dreikönigskirche – Haus der Kirche, Hauptstr. 23
zur Website…


Ökumenisches Friedensgebet

montags, 17 Uhr
Kreuzkirche