Nachhaltige Gemeinde leben  – Tipps in Dosen

 

 

Verschiedene Dresdner Kirchgemeinden suchen nach neuen Wegen für eine faire und ökologische Beschaffung. Wir wollen gute Ideen und spannende Experimente der Gemeinden aus unserem Netzwerk „Nachhaltige Gemeinde Leben“ vorstellen. Nachmachen ist erwünscht!

 

 

Dosis 6: Einladung zum Vernetzungstreffen „Haltet ein festliches Mahl und trinkt süßen Wein!“ (Neh 8,10)

Feste feiern, gut essen und trinken, sich freuen und fröhlich sein gehört zum Menschsein. Das weiß auch die Bibel. Aber wie gestaltet man ein Fest, das auch nachhaltig und schöpfungsgerecht funktioniert– also ohne Müllberge und großen Ressourcenverbrauch auskommt, bewusst auf öko-fairen Einkauf setzt und nicht langweilig wird?

Beim nächsten Vernetzungstreffen widmen wir uns mit dem Thema „Nachhaltig feiern!“ genau diesen Herausforderungen. Zum einen haben wir Menschen eingeladen, die von ihren Erfahrungen erzählen und zum anderen werden wir uns mit drei Aspekten näher beschäftigen:

Darüber hinaus wird es natürlich Infos und Platz für Austausch geben. Für einen kleinen Abendimbiss wird auch gesorgt sein.

Dienstag, 13.03.2018, 18:30 Uhr im ÖIZ

Sehen wir uns?

Dosis 5: Tue Gutes und rede darüber

Wir haben im September eine Umfrage zu nachhaltigem Einkauf in Kirchgemeinden an fast 70 Adressen der Dresdner Stadtökumene geschickt. Etwa 30 Ehren-, aber vor allem Hauptamtliche aus katholischen, freien und landeskirchlichen Gemeinden haben reagiert und uns Auskunft zur Einkaufspraxis ihrer Gemeinden gegeben. Ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die sich die Zeit dafür genommen haben!

Mit den Daten konnten wir eine Karte gestalten, die die Aktivitäten der Gemeinden abbildet. Beim Reformationsfest waren viele Menschen da und konnten sehen, dass die Dresdner Kirchgemeinden nicht unbedingt zu den Schnarchnasen in Sachen Nachhaltigkeit gehören.

Sicher gibt es da noch Platz nach oben, aber hier und da geschieht bereits eine Menge! Sei es der sparsame Gebrauch von Putzmitteln, Recyclingpapier und Ökostrom, der selbstverständliche Einkauf von fairem Kaffee und Tee, regionaler Bio-Milch oder die Installierung eines Arbeitskreises zum Thema Nachhaltigkeit und Schöpfungsbewahrung.

Dosis 5 – Besser leben ohne Plastik und Zero Waste

„Plastik ist sowas von 90er!“ – Dieser Slogan sagt’s: ein Umdenken findet statt, Plastik wird out.
Hoffentlich! Jedenfalls erreicht das Buch „Besser leben ohne Plastik“ von Anneliese Bunk und Nadine
Schubert Bestsellerauflagen. Ebenso wie das Buch „Zero Waste“ von Shia Su. Wir haben uns die Bücherh angesehen und entschieden: das kommt in die ÖIZ-Bibliothek. Kommt gern vorbei und leiht sie aus!
Neben Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Schadstoffen, Plastikarten und Alternativen
gibt es nützliche Praxistipps zur Vermeidung von Plastik, plastikfreie Rezeptideen für Nougatcreme, Putzmitteln und vieles mehr. Das sind Anregungen vor allem für den einzelnen, aber auch
übertragbar für die Kirchgemeinde.
Ganz gleich, ob man auf Plastikmüllbeutel verzichtet, indem man den Mülleimer lediglich mit etwas
Zeitung auslegt, das Waschmittel unkompliziert selbst mischt, Schraubgläser zur Vorratshaltung
weiterverwendet, oder die eigenen Dosen und Tüten zum Einkauf nutzt – die Palette der Möglichkeiten
ist gar nicht so klein und gar nicht so kompliziert. Jeder Schritt ist einer gegen die Plastikvöllerei der
letzten Jahrzehnte, gegen das weitere Wachstum der Plastikinseln im Meer… Und mal ganz abgesehen davon, ob „ZeroWaste“ nun schick ist oder nicht: schöpfungsbewahrend ist es allemal.
Unser Tipp für Kirchgemeinden: Auf Wegwerfgeschirr zu verzichten, gehört bei den meisten Kirchgemeinden sowieso zum Standard. Gemeinden könnten anderen ihr Geschirr zur Nutzung anbieten, um aktiv nachhaltige Strukturen zu aktivieren und somit indirekt Plastik zu vermeiden.

 Dosis 4 – NACHHALTIG GEPUTZT!

Interview mit der Nachhaltigkeits-AG der Evangelischen Studentengemeinde in Dresden

Wer seid Ihr und warum habt Ihr Euch gegründet?
Wir sind die Nachhaltigkeits-AG aus der Evangelischen Studentengemeinde Dresden (ESG). Zu siebt setzen wir uns dafür ein, das Konsumverhalten der ESG in Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Unserer Meinung nach besitzen Kirchgemeinden eine gesellschaftliche Vorbildfunktion.

Was waren Eure Aktivitäten in den letzten Monaten?
Mit einem Vortrag der „anders wachsen-Initiative“ zur religiösen Begründung und Notwendigkeit von
Nachhaltigkeit haben wir den Diskurs in der Gemeinde angeregt. Im Bereich Ernährung haben wir
einen Ökokistenanbieter ausgewählt, der uns alle 14 Tage zum Gemeindeabend mit Aufstrichen und
frischem Gemüse beliefert. Wir haben uns über Inhaltsstoffe von Putzmitteln und ihre Auswirkungen
auf Umwelt und Gesundheit informiert und mit der Herstellung für den eigenen Bedarf. Und wir
konnten das neue Amt der Umwelt- und Sozialbeauftragten (USB) im Geschäftsführenden Ausschuss
der Gemeinde schaffen, die zukünftig die Aktivitäten der AG unterstützt.

Erzählt doch mal von Eurem Putztag mit selbst hergestellten Putzmitteln im letzten Monat!
Bei unseren Recherchen im Vorhinein haben wir bemerkt, dass bereits mit wenigen Hausmitteln vieles geputzt werden kann. Am Tag der Putzaktion haben wir den Helfenden (wir waren insgesamt 17 Leute!) die Hauptbestandteile ökologischer und selbst hergestellter Putzmittel vorgestellt: Essig, Wasser, Natron, Waschsoda, Zitronensäure. Anhand von vorbereiteten Rezepten wurde gemischt. Mit Musik in den Ohren und netten Menschen an der Seite wurde in unserer Villa wirklich alles geputzt. Nach sechs Stunden hat es überall geglänzt und gestrahlt.

Was sind Eure nächsten Pläne?
Erstmal werden wir noch gemeinsam entscheiden, welche Reinigungsmittel wir in Zukunft herstellen und welche ökologischen Putzmittel wir einkaufen werden. Danach wollen wir uns im Sommersemester unter anderem einen „Aufstrichwettbewerb“ durchführen. Außerdem suchen wir nach Organisationen oder Stiftungen, die uns finanziell unterstützen können sowie einer Druckerei zum Drucken unserer Plakate und Flyer.

Was motiviert Euch?
Zum einen ist es für uns selbst spannend und bedeutend, uns mit Themen rund um Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Zum anderen motiviert es uns, wenn wir andere mit unseren Ideen erreichen und inspirieren können.

 

Dosis 3 – Ideen beim letzten Netzwerktreffen

Vielfältig, einfallsreich und konstruktiv! Etwa 25 Menschen aus 12 Kirchgemeinden (ökumenisch vertreten) aus dem Dresdner Raum fanden sich Anfang März 2017 im ÖIZ zusammen und tauschten Erfahrungen und Ideen aus. Die Vorstellungsrunde zu Beginn zeigte, wie reichhaltig die Möglichkeiten sind, als Kirchgemeinde nachhaltig – schöpfungsgerecht – zu handeln. Obwohl im
Gemeindealltag bereits hier und dort so manches umgesetzt wird (Nutzung von Regenwasser, Senkung der Kirchraumtemperatur um 2°C, selbstverständlicher Konsum von Ökokiste, FairTrade-Kaffee, Recycling-Papier oder Öko-Putzmitteln), wird doch gleichzeitig auch (wieder) deutlich, wie schwerfällig manches in Bewegung kommt. Um eigene Fragen und Anliegen zu teilen und sich von den Erfahrungen anderer anregen zu lassen, fanden sich die Engagierten in kleineren Arbeitsgruppen zusammen:
1. Arbeitsgruppe „Bestandsaufnahme“: Um Veränderungen nicht an Leistung und Anwesenheit einzelner engagierter Personen zu binden, ist es sinnvoll, einen Beschluss im Gemeindevorstand zu erwirken. Mithilfe einer Bestandsaufnahme lassen sich Potenziale und Fortschritte erkennen. Die NaGeLGruppe berät sehr gern dazu.
2. Arbeitsgruppe „Bewusstsein schaffen“:  Um Veränderungen tragfähig und nachhaltig zu gestalten, braucht es auch eine immer breiter werdende Akzeptanz – also auch Bewusstsein für schöpfungsgerechtes Handeln – in derGemeinde. Sinnvoll ist, die Themen vor allem in bestehende Veranstaltungen zu integrieren, (alltagsrelevante) Erfahrungsmöglichkeiten zu schaffen oder auch gern mit Genuss als Erfahrungstransmitter zu arbeiten. Sie wollen ein Beispiel? Gern! Bei der nächsten
Putzaktion könnten die Reinigungsmittel selbst hergestellt werden – als Stärkung gibt es einen Snack mit selbstgemachten Aufstrichen.
3. Arbeitsgruppe „Do it yourself“: Gerade hier besteht großes Potential, mithilfe von kreativen
Veranstaltungen Neugier zu wecken. Um Erfahrungen auszutauschen oder sich anregen zu lassen, ist auch hier die Kooperation mit anderen Gemeinden sinnvoll: bspw. sammelt die ESG gerade Erfahrungen mit selbstgemachten Putzmitteln. Es mag abgeblättert klingen, ist für das Netzwerktreffen aber passend: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das
Gesicht der Welt verändern.“
Herzlichen Dank an alle!

Dosis 2 – Hej, hej WIKI! – Ein Wissensspeicher für nachhaltiges Gemeindeleben in Dresden

Ausschnitt aus dem wiki

Blumen, Putzmittel, neuer Wasserkocher, Grillanzünder, Wein, Briefumschläge,… Die Einkaufsliste für
eine Kirchgemeinde kann lang werden. Der Atem, die anzuschaffenden Dinge auch ökologisch und
fair zu beziehen, kann noch länger werden (müssen). Denn oft ist der Wille zu nachhaltiger
Beschaffung zwar da, aber das Dickicht an Informationen lähmt zuweilen die Energie, zu handeln.
Worauf ist zu achten? Weshalb? Und wo finden sich Bezugsquellen?

Die Gruppe „Nachhaltige Gemeinde leben (NaGel)“ hat als Hilfestellung zur Beantwortung dieser Fragen nun einen Online-Wissensspeicher angelegt: ein WIKI. Zu verschiedenen Produktgruppen haben wir wichtige Kriterien und (lokale) Bezugsquellen recherchiert. Ergänzend sind auch Ideen gesammelt, das Thema Nachhaltigkeit in die Gemeinde zu tragen oder auch auf anderen Wegen als dem der Beschaffung umzusetzen.
Die Idee eines WIKI ist, dass eine Gemeinschaft interessierter Menschen gemeinsam die Inhalte des
Speichers zusammentragen, ergänzen und korrigieren kann. So soll es auch bei diesem sein. Schauen
Sie einfach mal rein und melden Sie sich an, um Ergänzungen zu machen:
https://notraces.net/faire_beschaffung/
Um Ihre Fragen dazu zu beantworten und Hinweise aufzunehmen, stehen wir gern zu Verfügung!

 

Dosis 1: Advent und Weihnachtszeit

 

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Aktuell

Weltreligionen in Dresden

Midissage
Do, 16. August, 20 Uhr

Martin-Luther-Kirche


Ökumenischer Gottesdienst zum Stadtfest

Sonntag, 19. August
11.30 Uhr

Bühne Theaterplatz


Ökumenische Exerzitien im Alltag zur Schöpfungszeit

Infotreffen Montag,
20. August
, 19 Uhr, ÖIZ


Ökumenisches Friedensgebet

montags, 17 Uhr
Kreuzkirche