WohnHaft in der Stadt? – Recht auf Wohnen weltweit

Jeder Mensch wohnt. Gutes, selbstbestimmtes Wohnen ist eine wesentliche Bedingung für ein gelingendes Leben. Doch weltweit lebt ein großer Teil der Menschheit in ungesicherten
Verhältnissen, wie etwa in informellen Siedlungen am Rande großer Städte. Es fehlt nicht nur an lebenswerten öffentlichen und privaten Räumen, sondern oft an der notwendigsten Infrastruktur.Kairo Dächer
Städtebauliche Regelwerke sind unwirksam, Abwasser- und Müllentsorgung funktionieren kaum, der Zugang zu Gesundheits- und Bildungssystemen ist oft unzureichend. Trotz dieser Probleme sind Megacities mehr als Armut und Gewalt. Wir werden an Beispielen aus Ägypten, Äthiopien, Kolumbien und Venezuela sehen, wie Menschen sich organisieren und ihr Leben und Wohnumfeld selbst gestalten. Was können wir von diesem Blick über den Tellerrand lernen? Auch hierzulande verändert sich das Leben in den Städten und zunehmende soziale Ungleichheit macht sich durch Wohnungsknappheit, Immobilienspekulation und steigende Mieten bemerkbar.
In dieser Veranstaltungsreihe wollen wir Menschen und Gruppen zusammenbringen, die mitbestimmen wollen, wo und wie sie wohnen – sei es beim Kampf um Mieterrechte, beim Schaffen
von eigenem und gemeinsam genutztem Wohnraum oder beim Einsatz für einen lebenswerten Stadtteil. Nicht zuletzt geht es dabei auch um die Frage, ob und wie wir gemeinsam wohnen
wollen.

World Café

UngeWohnt. Grenzen überwinden beim Wohnen
14. Juni, 19.00 – 22.00 Uhr
JohannStadthalle, Holbeinstr. 68

Wer in Dresden eine Anerkennung als Flüchtling erhält, hat es schwer eine Wohnung zu finden, die das Jobcenter genehmigt. In der Folge wohnen viele in den Stadtteilen Gorbitz und Prohlis, oft in Einzimmerwohnungen ohne hinreichende Kontakte zu Nachbarschaft. Weil viele ehrenamtliche Willkommensinitiativensich um die Asylsuchenden in den Heimen kümmern, fallen die Geflüchteten nach der Anerkennung oft aus dem Blickfeld der Aktiven. Dies erschwert den Anschluss für erstere noch mehr. Aus unserer Sicht braucht die Stadt Konzepte, um diese Situation aufzubrechen (integrations- und wohnungspolitisch, städtebaulich etc.).

Wir wollen gemeinsam mit Vertreter_innen aus Politik und Verwaltung, aus ehrenamtlichen Initiativen, aus der Soziokultur sowie mit Architekt_innen Ideen zu entwickeln, wie die Wohnsituation und das Wohnumfeld für (anerkannte) Geflüchtete in Dresden so gestaltet werden kann, dass es der Integration förderlich ist. Die Ergebnisse können und sollen Anregungen für weitere Aktivitäten geben. Wir werden auch Geflüchtete einladen und ihre Perspektiven mit aufnehmen. Der Hauptfokus liegt aber auf der Verantwortung der Mehrheitsgesellschaft.

Zum Einstieg in die Veranstaltung haben wir Susanne Löhne von der Kontaktstelle Wohnen aus Leipzig und Vertreter vom Refugeeum aus Röhrsdorf eingeladen. Sie erzählen davon, wie sie Wohnraum für Geflüchtete vermittelt bzw. geschaffen und welche Möglichkeiten der Begleitung von Geflüchteten sie aufgebaut haben.

Bitte vorab anmelden unter: weltweitsichten@infozentrum-dresden.de
Übersetzung für arabisch und englisch ist eingeplant. Für weitere Sprachen schreiben Sie uns bitte vorab.

 Vergangene Veranstaltungen:

Ausstellungseröffnung

Zwischen Duldung und Illegalität – Vom Wohnen in den informellen Siedlungen Kairos
21. April, 20 Uhr
LadenCafé aha, Kreuzstr. 7

kairoKairo hat ca. 20 Millionen EinwohnerInnen und wächst um mehr als 400.000 Menschen pro Jahr. 60Prozent von ihnen leben in informellen – quasi illegalen – Siedlungen außerhalb der offiziellen Stadtgrenzen.

Sunhild Munier und Hannes Heucke haben das Viertel Ard el Lewa fotografiert und erzählen bei der Eröffnung vom Bauen und Wohnen in Kairo. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch Obeid Al Yussuf, Paul Hoorn und Simon Hänel.

Vortrag

AusBaufähig? – Sozialer Wohnungsbau in Addis Abeba
3. Mai, 19.30 Uhr
Johannstädter Kulturtreff, Elisenstr. 35
In der MillAddisionenstadt Addis Abeba versucht die Stadtregierung gemeinsam mit MitarbeiterInnen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit den Wohnungsmangel zu bekämpfen. Durch den Bau mehrgeschossiger Wohnblöcke (Condominiums) sollen viele Menschen in kurzer Zeit mit Eigentumswohnungen versorgt werden. Lina Hurlin stellt dieses Entwicklungsprojekt vor und wir diskutieren über beabsichtige und unbeabsichtigte Folgen.

Filmvorführung

Barrio Pablo Escobar
Jan Gabriel, BRD 2005, 62 Min., OmU
11. Mai, 21 Uhr
Asociación Cultural Iberoamericana e.V., Bischofsweg 74

Vor 20 Jahren baute Pablo Escobar, der Chef des Medellíner Kokainkartells, für die Bewohner einer staatlichen Müllkippe ein Stadtviertel. Bis heute – zehn Jahre nach dem Tod Escobars – hat der kolumbianische Staat das Viertel seines Erzfeindes nicht anerkannt und die 12.000 BewohnerInnen leben in der Illegalität. Der Film zeigt, wie Menschen dieses Viertels, das man auf

keinem Stadtplan findet, ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Anschließend Filmgespräch.

Diskussionsforum

SELBSTgeMACHT: Neue Formen des Wohnens in der Stadt
anschl. Filmvorführung Ruina, Marcus Lenz, BRD, 2013, 73 min.
19. Mai, 18.30 – 21.30 Uhr
JohannStadthalle, Holbeinstr. 68

RuinaGenossenschaften, Mietshäusersyndikatsprojekte und Baugemeinschaften sind Ansätze für kostengünstiges und selbstbestimmtes Wohnen. Menschen kaufen gemeinsam ein Gebäude, sanieren und verwalten es. Mieterinitiativen loten hingegen Möglichkeiten aus, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und zu entwickeln – ohne zu kaufen. Auch immer mehr Architekten und Handwerker suchen nach Wegen, ohne profitorientierte Investoren guten Wohnraum zu schaffen.

Der Abend bietet Gelegenheit, verschiedene Dresdner Projekte kennenzulernen und sich auszutauschen:

Sascha Wolff, ZentralWerk
Daniel Pfeiffer, Mietshäusersyndikat
Prof. Dr. Christoph Meyer, Baugemeinschaft Böhmische Str. 33
Nicole Schumann, Mieterinitiative Stauffe
Friedemann Rentsch, Architekt

Ab 20:30 Uhr laden wir ein, über den Tellerrand zu schauen. Der Film „Ruina“ von Marcus Lenz handelt von einem ehemaligen Bankgebäude im Zentrum von Caracas, Venezuela. Ca. 3.000 Menschen haben dieses Gebäude besetzt, um sich selbst Raum zum Wohnen zu schaffen.

 

Die Veranstaltungen werden gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken aus Mitteln des BMZ, vom Kirchlichen Entwicklungsdienst durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, vom Katholischen Fonds und dem Freistaat Sachsen.

Fotos: Sunhild Munier/Hannes Heucke

Kooperationspartner:

WohnKultur, LadenCafé aha, Asociación Cultural Iberoamericana e.V., Stauffe e.V., dem Architekturtheoretischen Zimmer und Elixir e.V., Johannstädter Kulturtreff

Aktuell

Vortrag und Gespräch

Religiöse Vielfalt – Zusammenleben verschiedener Denominationen und Religionen am Beispiel Tansanias

Mi., 31. Mai, 19 Uhr
ÖIZ, Kreuzstr. 7, Raum Sophia

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Podiumsgespräch

Kann man alles glauben in Dresden? Internationale Studierende berichten

Mo., 22. Mai, 20 Uhr
KSG/Katholische Gemeinde St. Paulus, Bernhardstr. 42

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Ökumenisches Friedensgebet

immer montags
Kreuzkirche
17 Uhr


Das ÖIZ unterstützt das Bündnis Dresden für alle.

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