Welt Weit Glauben – Religion zwischen Boom und Bedeutungsverlust

 

Foto: Sabine Bitter/Helmut Weber

Mit der Ausbreitung moderner Lebensformen verliert Religion an Bedeutung. Diese Annahme mag in Deutschland angesichts der sinkenden Zahl von Kirchenmitgliedern plausibel erscheinen. Im globalen Kontext betrachtet sind Glaube und Religiosität jedoch noch immer wichtige Bezugspunkte für das Leben der Menschen und ihren Alltag. Im Jubiläumsjahr der Reformation macht der Blick über die europäischen Grenzen hinaus eines deutlich: Modernisierung und Säkularisierung bedingen sich nicht überall. Und es sind auch nicht allein die vermeintlichen Globalisierungsverlierer, die ihre Hoffnung in ihre Religion setzen. Gerade in den boomenden Megacities zeichnet sich eine Zunahme religiöser Bewegungen ab.

In dieser Reihe laden wir deshalb ein, die Bedeutung von Religion in verschiedenen Ländern wie Nigeria, Indonesien oder Nepal kennenzulernen. Wir fragen danach, wie Religionen den Alltag der Menschen und ihr Zusammenleben prägen. Oft übernehmen religiöse Organisationen sozialstaatliche Aufgaben. Deswegen schauen wir auch auf den gesellschaftlichen Einfluss. Sind Religionen Hindernis oder Wegbereiter für soziale Veränderungen? Nicht zuletzt stellt sich dort, wo verschiedene Religionen nebeneinander existieren, die Frage, wie ein gutes Zusammenleben der verschiedenen religiösen Gruppen möglich ist.

 

 

Ausstellungseröffnung

Präsent bis zum Horizont. Sichtbarkeit von Religion in Lagos
Mi., 5. April, 20 Uhr
Ladencafé aha, Kreuzstr. 7

Foto: Sabine Bitter/Helmut Weber

Plastikstühle bis zum Horizont: Bis zu einer Million Gläubige finden Platz beim Gottesdienst unter dem riesigen Wellblechdach. Die Fotos von Sabine Bitter und Helmut Weber, die im Rahmen des Recherche- und Ausstellungsprojekts /Global Prayers/ entstanden sind, zeigen nicht nur das gewaltige Gebäude der Redeemed Christian Church of God, sie machen auch die Präsenz religiöser Botschaften im Stadtbild von Lagos (Nigeria) sichtbar. Zur Eröffnung laden wir zum Gespräch mit der nigerianischen Masterstudentin Taiwo Ilesanmi ein, die von der Rolle der Kirchen in Nigeria und dem Zusammenleben von Muslimen und Christen erzählen wird. Musikalisch wird die Veranstaltung umrahmt durch Improvisationen von Obeid Alyousef (Oud) und Detlef Hutschenreuter (Saxofon).

 

Vortrag und Diskussion

Religion und Menschenrechte. Perspektiven zu einem spannungsvollen Verhältnis
Dr. Henry Schürmann, Misereor
Di., 25. April, 20 Uhr
Ev.-Luth. Kirchgemeinde Dresden-Prohlis, Georg-Palitzsch-Str. 2

Die Kirchen werden in der hiesigen Öffentlichkeit zumeist als Verteidiger der Menschenrechte wahrgenommen. Als die deutschen Amtskirchen in den 1960er Jahren um eine Positionierung zu Frauenrechten etc. rangen, verlief das jedoch keineswegs reibungslos. Auch heute ziehen in der Wertediskussion zur Religionsfreiheit, zur Rolle der Frau oder zur Kinderheirat bei Geflüchteten neue Herausforderungen auf.
An historischen und gegenwärtigen Beispielen aus Deutschland und Indonesien wird Dr. Henry Schürmann, Referent bei Misereor und langjähriger Menschenrechtsbeobachter für Amnesty International, die Aktualität und Notwendigkeit einer Verhältnisbestimmung von Religion und Menschenrechten aufzeigen.

 

Erzählcafé

Glauben – Alltagstauglich?
Fr., 19. Mai, 16-20 Uhr
Bockendorf, Kulturwerkstätten Johanneshof

Deutsche und Flüchtlinge sind eingeladen sich auszutauschen, welche Rolle Religion in ihrem Leben spielt und wie sich diese Rolle im Laufe ihres Lebens geändert hat. Hilft ihnen ihr Glaube? Und wie!?

Lassen sich damit Grenzen im Kopf und in der Gesellschaft überwinden?

 

 

Podiumsgespräch

Kann man alles glauben in Dresden? Internationale Studierende berichten
Mo., 22. Mai, 20 Uhr
Katholische Studentengemeinde/Katholische Gemeinde St. Paulus, Bernhardstr. 42

An den Dresdner Hochschulen studieren zahlreiche internationale Studierende. Viele stammen aus Ländern, in denen Religion einen hohen Stellenwert besitzt. Doch wie ist das, wenn die Studierenden aus hinduistisch, muslimisch oder christlich geprägten Ländern nach Dresden kommen? Kann der eigene Glauben hier nahtlos weitergelebt werden? Darüber wollen wir mit STUBE-Studierenden aus Pakistan, Indien, Nepal und Kamerun sprechen.

 

Vortrag und Gespräch

Religiöse Vielfalt – Zusammenleben verschiedener Denominationen und Religionen am Beispiel Tansanias
Rev. Dr. Faustin Mahali, Tumaini-Universität, Makumira/Tansania
Mi., 31. Mai, 19 Uhr
Ökumenisches Informationszentrum, Kreuzstr. 7, 01047 Dresden

In Tansania stellen Christen und Muslime jeweils ungefähr 40 % der Bevölkerung. Wie lebt man mit oder auch nebeneinander, welche Bedeutung hat Religion im öffentlichen und im privaten Kontext der Menschen? Dr. Faustin Mahali ist Theologie-Dozent und Vize-Kanzler an der Tumaini-Universität und wird uns Einblicke geben in die Lebenswirklichkeit in Tansania.

Gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, des Katholischen Fonds sowie der Landesdirektion Sachsen

Aktuell

Welt-Religionen in Dresden

Eine fotografische Exkursion

Fotos von Annemarie Müller und Christoph Boosen
Ausstellung
bis 4.12.17
im Ladencafé aha


Ökumenisches Friedensgebet

montags, 17 Uhr
Kreuzkirche


Das ÖIZ unterstützt das Bündnis Dresden für alle

logo_ddfa