Prinzip Hoffnung: Landflucht und Verstädterung weltweit

Menschen wandern vom Land ab in die Städte – nicht nur in Sachsen, sondern weltweit. Seit 2008 leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Im Jahr 2050 werden 70 Prozent der Menschen Städter*innen sein. Die einen gehen in die nahegelegenen Städte, die anderen überqueren Grenzen und Kontinente. Immer im Gepäck: die Hoffnung auf ein besseres Leben. Oft endet die Landflucht in informellen Siedlungen an den Stadträndern von Kairo, Rio de Janeiro, Bombay oder einer der anderen Millionenstädte.

Foto: Henok Getachew

Das Leben dort ist hart: keine regulären Trink- und Abwassersysteme, improvisierte Unterkünfte, kein Anspruch auf Schulbildung, Angst vor Gewalt. Und dennoch verlassen die Menschen ihre Dörfer. Doch was bewegt die Menschen das Leben auf dem Land aufzugeben? Was kann dazu beitragen, dieses wieder attraktiver zu machen? Und: Was bedeutet das für die Städte? Welche Möglichkeiten gibt es, in den Städten die Lebensbedingungen für Neu Ankommende zu verbessern? Diesen und weiteren Fragen gehen wir mit der Reihe Welt Weit Sichten nach.

 

 

Ausstellungseröffnung

Under Construction. Daily Life in Addis
6. Oktober, 20 Uhr
Ladencafé aha, Kreuzstr. 7

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Foto: Henok Getachew

In seinen Fotos zeigt Henok Getachew das Leben an den Stadträndern von Addis Abeba – seiner Heimatstadt. Zuwanderung ist dort ein großes Thema. Sie verändert das Gesicht der Stadt. Die Ankommenden organisieren sich in improvisierten Strukturen. Gleichzeitig weichen gewachsene Slums den Baustellen für neue Infrastruktur. Dazwischen die Menschen, die sich mit diesem permanenten Wandel von Alt und Neu arrangieren.
Julia Zeiske wird uns ihre Eindrücke vom Leben in Addis schildern. Musikalisch umrahmt wird der Abend von Musikern des Projekts „Paradiesisch musizieren“.

 

Lesung und Diskussion

„Arrival Cities“ von Doug Saunders
25. Oktober, 20 Uhr
geh8 Kunstraum und Ateliers, Gehestr. 8

Das Buch „Arrival Cities“ illustriert Landflucht weltweit an Beispielen einzelner Menschen. Wir lesen einzelne Episoden aus dem Buch und laden ein zu diskutieren, wie Städte sein müssen, damit Menschen dort ankommen und ein würdevolles Leben führen können.

Ein Artikel zu Inhalten des Buches findet sich auch in der entwicklungspolitischen Zeitschrift „fairquer“.

Filmvorführung

The Land of many Palaces
Adam Smith & Song Ting, USA/China 2014, 60 Min., OmeU
28. Oktober, 20 Uhr
Thalia, Görlitzer Str. 6

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Foto: Song Ting

Die chinesische Regierung will Millionen Bauern in den nächsten Jahren in Städte umsiedeln, um das Land zu modernisieren. Der Film zeigt den Versuch, die Bauern vom Umzug in die „Geisterstadt“ Ordos zu überzeugen. Anschließend steht Eva Sternfeld, Professorin für Chinastudien an der TU Berlin, für ein Filmgespräch zur Verfügung.

 

Vortrag

Schrumpfendes Land – wachsende Stadt. Auswirkungen globaler Migrationsbewegungen
Klaus Teschner, Referent für städtische Entwicklung, MISEREOR
3. November, 19 Uhr
Kunsthaus Dresden, Rähnitzgasse 8

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Foto: K. Teschner

Der Architekt und Stadtforscher Klaus Teschner berichtet aus vielfältiger Projekterfahrung in Südamerika und Afrika über Ursachen und Folgen von Migrationsbewegungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie in den Städten gute Lebensbedingungen für zugewanderte und an den Rand gedrängte Menschen geschaffen werden können, ohne das ökologische Gleichgewicht zu gefährden. Stadtteilinitiativen und Mieter*innenorganisationen weisen auf Lösungsmöglichkeiten hin und versuchen auch auf internationalen Konferenzen wie Habitat III in Quito Gehör zu finden.

 

 

Vortrag und Diskussion

Weg vom Land wider Willen – Selbstorganisation nach der Landvertreibung in Kolumbien
18. November, 20 Uhr
Martin-Luther-Kirche, Gemeindesaal
Martin-Luther-Platz 5

In Kolumbien gibt es etwa 6 Mio. Inlandsvertriebene. Viele wurden infolge des jahrzehntelangen Konflikts zwischen FARC, Paramilitärs und Regierungstruppen von ihrem Land vertrieben. Andere verloren ihr Land durch Bergbau, Erdölförderung oder Kokapflanzungen.
Alexandra Huck vom Verein „Kolko – Menschenrechte für Kolumbien“ referiert über die Verhandlungen zwischen Regierung und den FARC-Rebellen. Diese Friedensbemühungen sind zuletzt ins Trudeln geraten – auch wegen strittiger Landkonflikte. Daneben geht es in dem Vortrag um Aktivitäten von Opferorganisationen und um die Frage, wie die Vertriebenen mit ihrem Schicksal umgehen.

 

 

Exkursion

Bleiben statt gehen – und was dann?
26. November, 15-18 Uhr, 20 Uhr Konzert
Kulturwerkstätten Johanneshof e.V., Bockendorf

Wie ist das Leben auf dem Land, wenn viele Menschen ihre Dörfer verlassen haben? Wir hören Geschichten von Menschen aus Kamerun, der Mongolei und aus Sachsen. Gemeinsam mit dem Chemnitzer Studentenpfarrer Dr. Christoph Herbst, internationalen Studierenden und Aktiven aus Bockendorf diskutieren wir, was nötig ist, um den ländlichen Raum attraktiver zu machen. Der Tag wird abgerundet durch ein Konzert des Gitarristen Christian Kypke.

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Genaue Informationen zu Anmeldung, Teilnahme sowie An- und Abreise finden Sie hier

 

 

 

Kooperationspartner:

Kunsthaus Dresden, Das Architekturtheoretische Zimmer, Kirchspiel Dresden Neustadt, Johanneshof Kulturwerkstätten, LadenCafé aha

 

Die Veranstaltungen werden gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken aus Mitteln des BMZ, des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und dem Katholischen Fonds.

Welt Weit Sichten ist eine Reihe des Ökumenischen Informationszentrums. Die Veranstaltungen finden teilweise im Rahmen des umundu-Festivals 2016 und des Projekts „Am Fluss/At the river“ statt.

Welt Weit Sichten


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Aktuell

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