Zwischen Verlieren, Kämpfen und Neubeginn. Frauen und Flucht

k-Frauen-Flucht_illustration_02In acht Veranstaltungen im Oktober und November widmeten wir uns in der Reihe Welt Weit Sichten dem Thema „Frauen und Flucht“. Zunächst einmal stand auch beim Thema „Frauen und Flucht“ die Frage im Raum, warum es vor allem Männer sind, die in Europa ankommen (obwohl 80% der Flüchtlinge weltweit Frauen und Kinder sind). In einer Veranstaltung widmeten wir uns deshalb dem Thema Familienzusammenführung. Annegret Krellner von der Migrationsberatungsstelle CABANA machte deutlich, dass viele Familien ihre Männer nach Europa geschickt haben, damit die Frauen die gefährliche Flucht nicht erleben müssen. Die Männer können, wenn als Flüchtlinge anerkannt sind, einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen. Sie leiden allerdings darunter, dass das bürokratische Verfahren zur Familienzusammenführung sehr lange dauert. Sie sorgen sich um ihre Frauen und Kinder, die noch in Kriegsregionen oder in Flüchtlingslagern leben. Aktuelle asylrechtliche Verschärfungen (Familiennachzug erst nach zwei Jahren) werden dazu führen, dass mehr Frauen und Kinder den Weg über das Mittelmeer nehmen – und noch mehr Menschen dort sterben.

Frauen, die geflüchtet sind, haben möglicherweise auf ihrer Flucht oder auch bereits im Heimatland Gewalt erfahren. Sie leiden unter Umständen in den Unterkünften, die sie sich mit Männern teilen müssen, fühlen sich stark eingeschränkt oder gar bedroht. Sie werden auf der Straße wegen ihres Kopftuchs angefeindet. Gleichzeitig sind es starke Frauen, die viele Hindernisse in ihrem Leben überwunden haben und zu Recht eine bessere Zukunft für sich oder ihre Kinder erhoffen oder fordern.

Vor diesem Hintergrund müssen die Bedürfnisse geflüchteter Frauen mehr in den Blick genommen werden: So ist es wichtig, möglichst getrennte Unterbringung für Männer und Frauen zu schaffen (wobei die Stadt Dresden sich schon darum bemüht). Projekte in der Frauenarbeit (Frauenschutzhäuser, Frauenzentren) stellen sich zunehmend stärker auf geflüchtete Frauen ein. In vielen Institutionen bis hin zu Familiengerichten ist eine Sensibilisierung für die neuen Zielgruppen nötig.

In einigen Veranstaltungen wurde deutlich, dass Treffen und Sprachkurse, die nur für Frauen angeboten werden, einen sinnvollen Schutzraum bieten. Einige dieser Angebote sollen hier noch einmal aufgeführt werden. Die Reihe hat gezeigt, dass der Bedarf an Begegnung zwischen deutschen und geflüchteten Frauen groß ist. So hoffen wir, dass in Dresden noch einiges entsteht:

Interkinterkultureller_Frauentreff_vom Ausländerratultureller Frauentreff im Ausländerrat: gemeinsam stricken, basteln, kochen, quatschen

Treff jeden Montag, 10-12 Uhr, Stricken an Donnerstagen, 15.30-18 Uhr interkultureller_Frauentreff_vom Ausländerrat
Elisenstr. 35, Johannstadt
http://www.auslaenderrat-dresden.de/seite/106335/frauentreff.html

Treff für Frauen und Kinder: Ein bunter Nachmittag mit Spielen, Basteln, Tee trinken, Kochen und mehr!

jeden Mittwoch, 16-18 Uhr
Kinder- und Jugendhaus Gorbitz, Omsewitzer Ring 61
http://www.medea-dresden.de/pdf/150623_frauentreff.pdf

Handmade by Refugees. Stricken und Häkeln für Frauen

jeden Mittwoch ab 16:00 Uhr
Stadtteilhaus an der Priesnitzstraße, im Raum Luise
http://akifra.org/projekte/dresdner-gefluechtetenprojekte/handmadebyrefugees/

ABC-Tische für Frauen in der Erstaufnahme Hamburger Str.

jeden Samstag von 15 bis 17 Uhr, zukünftig auch dienstags 16-17.30 Uhr
Erstaufnahme Hamburger Str.
Initiative zur Unterstützung geflüchteter Frauen in Dresden: iugf-dresden[a]web.de

Unsere Partner der Reihe:

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Veranstaltungen im Rückblick: Hier geht es zur Druckversion des Flyers.

Die Reihe wurde gefördert
aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, Misereor, Katholischer Fonds, Freistaat Sachsen

 

 


Die Veranstaltungen werden gefördert aus Mitteln der Stiftung Nord-Süd-Brücken, des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, dem Katholischen Fonds sowie des Freistaats Sachsen.

Aktuell

Gottesdienst zu den Interkulturellen Tagen

Sonntag, 24.09.17, 9.30 Uhr

in der Ev.-meth. Emmauskirche,
Katharinenstr. 17,
Dresden-Neustadt

 


Ökumenisches Friedensgebet

immer montags
Kreuzkirche
17 Uhr


Das ÖIZ unterstützt das Bündnis Dresden für alle.

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