Seminar 10. - 12. Oktober 2008, Berlin
Die Zivilgesellschaft und insbesondere die NGOs (Non-Governmental Organizations) werden immer wieder als großer Hoffnungsträger einer neuen Weltgesellschaft bezeichnet. Sie sind wichtige Akteure in den Bereichen Menschenrechte, Frieden, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit. Sie treten an mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern und die Lücken zu füllen, die korrupte Regierungen hinterlassen. Insbesondere in den 80er Jahren war weltweit ein Boom neuer NGOs zu verzeichnen – so gibt es heute zum Beispiel etwa 30.000 in Kenia.
In diesem Seminar wollen wir die NGO-Szene unter die Lupe nehmen. Hinter dem Begriff "NGO" verbirgt sich ein Sammelsurium verschiedener Organisationen – von lokal bis transnational, von Lobby- bis Projektarbeit, von Basisgruppe bis professionell, von "best practice" bis zu gescheiterten Projekten. Welche Rolle spielen NGOs in einzelnen Staaten und global? Warum gibt es sie, und wie legitimieren sie sich? Was versteht man unter dem Stichwort "NGOisierung"?
NGOs sind oft in Widersprüche verwickelt. So übernehmen NGOs in einigen Ländern Staatsaufgaben wie Bildung und Gesundheitswesen. Das ist gut für die Menschen, die sonst keinen Zugang dazu hätten. Aber was bedeutet es, den Staat aus der Verantwortung zu entlassen?
Seminarschwerpunkt werden die Süd-NGOs und deren Spezifika sein. Sie entstanden vielfach, weil Nord-NGOs basisnahe Partner brauchten. Wie steht es um ihre Eigenständigkeit, wenn sie von der Finanzierung aus dem Norden abhängig sind? Welche Erfahrungen haben die Teilnehmenden damit?