Studienbegleitprogramm für Studierende aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa
an Hochschulen in Sachsen in Trägerschaft des Ökumenischen Informationszentrums Dresden e.V.
Die Suche nach Alternativen zu fossilen Rohstoffen wie Erdöl oder
Kohle haben zur Nutzung von so genannten erneuerbaren Energien geführt. Grund
für diesen Wandel ist neben dem Bestreben der CO2-Reduktion auch die
politische Motivation, unabhängig von den endlichen Ressourcen zu werden.
Windräder, Solaranlagen, die Energiegewinnung aus Holz oder Erdwärme finden
zunehmend Verbreitung, Technologien werden verbessert. Doch dass das Erreichte
nicht die Grenze des Machbaren darstellt, sehen wir, wenn Energie aus
Rohstoffen wie Mais, Zuckerrüben, Raps, Biogas, Pflanzenölen, Bioabfällen,
Exkrementen und anderen hergestellt wird. Wie umweltfreundlich ist diese Form
der Energiegewinnung wirklich, wenn in Indonesien, Argentinien oder Brasilien
für den Anbau von „Energiepflanzen” wie Palmen, Soja oder Zuckerrohr ganze
Urwälder gerodet werden? Der hohe Flächenbedarf beim Anbau tritt zudem in
Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung und gilt als ein Grund für den enormen
Anstieg der Nahrungsmittelpreise im Frühjahr 2008.
Wir wollen die Folgen der verschiedenen Arten von
Energiegewinnung diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei neue Technologien und
„nachwachsende Rohstoffe”.
Dabei soll stets beleuchtet werden, welche
politischen Interessen dahinter stehen. Wie kann damit umgegangen werden, dass
unter dem Deckmantel des Umweltschutzes letztlich Raubbau an der Natur
betrieben wird? Kann es gerechtfertigt werden, in einem Land Energiepflanzen
zur Gewinnung von Treibstoff anzubauen, obwohl im gleichen Land Menschen Hunger
leiden? Best Practice Beispiele sowie ihre Anwendbarkeit in anderen Ländern
werden besprochen.