Kaum noch jemand leugnet, dass die Erderwärmung durch Menschen verursacht wird. Es ist auch bekannt, welche dramatischen Folgen diese Erwärmung sowohl für die Natur als auch für Menschen hat: Das Eis an den Polen schmilzt, und der Meeresspiegel wird steigen. Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen drohen. Die Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere werden zerstört, Landwirtschaft wird in vielen Gebieten schwieriger. Vermutlich werden vor allem die Länder im Süden unter den Folgen zu leiden haben, die mehrheitlich und hauptsächlich von den Industrieländern im Norden verursacht werden.
Doch während auf der einen Seite das Wissen steht, fehlt auf der anderen Seite das Handeln. Wir wollen in diesem Seminar über die politischen Hindernisse diskutieren: Es gibt zwar das Kyoto-Protokoll, aber nicht alle Länder haben unterschrieben. Die Unterzeichner wiederum bauen nicht ausreichend Emissionen ab. So hört man in der BRD immer wieder einen Aufschrei der Energiekonzerne und der Autoindustrie gegen eine staatliche Regulierung. Ökonomisches Kalkül wiegt immer noch schwerer als die Erhaltung der Erde. Mit einem Brettspiel zum Klimawandel werden politische Rationalitäten nachvollziehbar und die Problematik des rechtzeitigen Handelns deutlich.
Wir werden uns auch mit der Nord-Süd-Dimension des Klimawandels beschäftigen. Die Länder im Süden wollen auch am Wohlstand und dem nördlichen Lebensstil partizipieren und nicht wegen des Klimawandels ihre wirtschaftliche Entwicklung beschränken. Im Norden wiederum ist ist von einer Abkehr vom Wirtschaftswachstum und einem einfacheren Lebensstil nichts zu spüren. Klima retten und Wirtschaftswachstum – geht das? Wir wollen uns in diesem Zusammenhang auch das Instrument des Emissionshandels ansehen, seine Vor- und Nachteile.
Nicht zuletzt wird auch die individuelle Handlungsebene eine Rolle im Seminar spielen. Welche Möglichkeiten gibt es, und was können sich die Teilnehmenden vorstellen zu tun. Welche Möglichkeiten bieten Siegel, die Produkte als klimaneutral ausweisen?