Seminar, 22.-24. Mai 2010, Freiberg Zum Handelsabkommen zwischen der EU und den AKP-Staaten
Viele der AKP-Staaten, vornehmlich ehemalige Kolonien, genossen mit speziellen Abkommen wie dem Cotonou-Abkommen oder dem älteren Lomé-Abkommen besondere Begünstigungen durch die EU: freier Zugang zu den Märkten der EU, während sie weiterhin Zölle auf importierte Ware verlangen konnten. Die WTO verlangte das Ende dieser Sonderregelungen; bei den für Ende 2007 geplanten Verhandlungen über neue Regelungen, den Economic Partnership Agreements (EPAs), konnten jedoch keine einvernehmlichen Lösungen gefunden werden. Die EU ist seitdem in der Verhandlung mit einzelnen Staaten über Interimsabkommen.
Neue Regelungen, die einen Abbau des Schutzes beinhalten, haben vor allem für die AKP-Staaten große Auswirkungen. In Kamerun spricht man beispielsweise von der Geflügelkrise, ausgelöst durch den Import von subventioniertem Tiefkühlhähnchen.
Während des Seminars soll für die Thematik sensibilisiert werden. Bedeutet freier Markt tatsächlich Wohlstand für alle? Können Handelsprinzipien auf alle Länder gleich angewendet werden, wenn diese unterschiedlichen Voraussetzungen mitbringen? Methodisch sorgt das Planspiel //weltweithandeln dafür, dass die Verhandlungen zwischen EU-Kommission und afrikanischen Staaten für die Studierenden erlebbar wird. In Rollen von Politikern, afrikanischen Unternehmern oder auch Globalisierungskritikern werden sie aktuelle politische Diskussionen führen und als "Global Players“ fiktiv für einige Stunden die Geschicke der Welt lenken.
Das Seminar wird zusammen mit ens - Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen durchgeführt.
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